Im Februar 2011 wurden in der Haardt-Welle im Westwind über der Rheinebene fantastische Höhen von über 7000m erreicht. Leider konnte ich an jenem Tag nicht fliegen, sondern saß am Radarschirm. Schon eine Woche später jedoch kündigte sich eine ebenso gute Ost-Wetterlage an. Ich machte mich am Abend davor für einen Wellenflug bereit und überprüfte nochmal die Sauerstoffanlage (MountainHigh EDS), die ich zuvor noch nie benutzt hatte. Morgens war ich dann zeitig und sehr warm angezogen am Flugplatz und startete um kurz nach neun Uhr morgens. Ich rechnete mit einem netten Wellenflug, vielleicht sogar bis ins Wellenfenster Murgtal, welches bis auf FL160 geöffnet werden kann.
Was ich dann allerdings erlebte, daran hatte ich vorher nicht einmal im Traum gedacht!
Nach dem Welleneinstieg südlich Karlsruhe flog ich zur Hornisgrinde, hier geht es bei Ostwind ja eigentlich immer. Während ich mit 1-2m/s Steigen Höhe gewann, hörte ich auf der FIS-Frequenz schon einige Segelflieger in FL160. Einer bedankte sich für den tollen Service und sprach von einer erreichten Höhe von FL220.
WOW!!! Ob es für mich vielleicht auch so hoch gehen könnte??
Ich meldete mich bei FIS an und stieg ins Wellenfenster Murgtal ein. Ziemlich problemlos ging es bis auf FL150 und immer noch mit gutem Steigen höher. Ich erbat Freigabe zum Steigflug auf eine größere Höhe und wurde auf die Radar-Frequenz geschickt. Dort bekam ich nach und nach die Freigabe bis auf FL270....UNGLAUBLICH! Meine Kollegen (die aber nicht wussten, dass ich mit Ihnen im gleichen Raum arbeite) führten die Airliner mehr als eine Stunde an mir vorbei, bis ich schließlich in FL 243 den Steigflug abbrach und mich auf den Weg nach unten begab.
Ich flog mit leichter Rückenwind-Komponente nach Süden, drehte in ca. 18.000ft wieder nach Norden und erreichte die Hornisgrinde in gerade einmal noch 7.000ft. Dort stieg ich ein weiteres Mal bis FL160, bis die Kälte und der zuende gehende Tag schließlich den Rückflug nach Mainz verlangten.
Den Motor startete ich in sehr großer Höhe (er sprang problemlos an), um ihn erstmal ausgiebig warmlaufen lassen zu können. Auf dem Rückflug nach Mainz erlebte ich teils schwere Turbulenzen, die von weiteren Rotoren westlich des Odenwaldes zeugten. Ich bedankte mich noch einmal ganz herzlich bei FIS für den geleisteten Service und landete schließlich nach sieben Stunden wieder in Mainz.
Ich reichte den Flug zur Anerkennung des Höhendiamanten beim DAeC ein und bekam die Urkunde auch einige Monate später. Dies dürfte der erste Flug aus Mainz gewesen sein, bei dem die Diamant-Startüberhöhung erreicht wurde!
Bleibt mal wieder zu sagen, dass ich den Flug nicht mit einem 18m-Motorsegler gemacht hätte!

Es gibt leider keine Fotos von dem Flug, weil ich dummerweise nur die Videokamera dabei hatte. Ich kann aber sagen, dass die Aussicht aus fast 8000m Höhe fantastisch war!!!
Der Film hat keine gute Qualität, ist aber trotzdem eine schöne Erinnerung an den Flug!
Höhendiamant
6084m Startüberhöhung
an der
Hornisgrinde
02.03.2011
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Barogramm zum Flug
24.000ft - THE MOVIE
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